Ferienspieltag

Baumarten bestimmen und Insekten bewundern. Ein Fuchsfell streicheln, dem Jagdhorn lauschen, mit einem Förster und Jäger über seinen Beruf sprechen. Bogenschießen, Kirschkern-Weitspucken und Würstchengrillen – 17 Kinder aus den Kommunen Ranstadt, Glauburg und Ortenberg verbrachten jetzt einen aktiven Ferienspieltag für alle Sinne mit den Betreuern vom Dauernheimer Haus der Begegnung (HdB) und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Die Begrüßung und Einweisung übernahm die Vorsitzende des HdB-Vereins, Roswitha Petzold, aktiv begleitet wurde der Tag von einer Vielzahl von Helfern und Betreuern, unter ihnen der stellvertretende HdB-Vorsitzender Jürgen Adam.  An der Grillhütte hinter dem HdB wurden von Waldpädagoge Volker Neumann zunächst liebevoll Namensschilder für jedes einzelne Kind gebrannt, bevor die Gruppe sich unter der benachbarten Sängereiche ablichten ließ und dann Richtung Nidda und Anglerteiche aufbrach. Hier gab es zunächst spannende Geschichten über die Linde zu hören, bevor die Kinder sich in zwei kleinere Teams aufteilten. Für die erste Gruppe hatte Volker Neumann zahlreiche Informationen über Insekten in Deutschland und in aller Welt parat. Das allgemeine „Ih!“ und „O!“ beim Anblick präparierter Skorpione und Käfer legte sich rasch, und die Mädchen und Jungen erfuhren Interessantes über Artenvielfalt und Körperbau, Tarnfarben, Staatenbildung und Nutzen einer der ältesten Tiergattungen der Erde. „Insekten gibt es schon seit über 500 Millionen Jahren, sie lebten lange vor den Dinosauriern und haben eine ungeheuer große Vielfalt verschiedener Formen ausgebildet“, erläuterte Neumann den aufmerksam zuhörenden Kindern, die zahlreiche Fragen stellten, auch zur Bedeutung der Insekten als Bestäuber und somit letztlich Ernährer der Menschheit. Besonders ging Neumann auf Bienen, Hummeln und Wespen sowie auf die Seidenspinnerraupe als kleinste Nutztiere ein, ein Hornissennest wurde zum Anfassen herumgereicht. Nebenan berichtete Jürgen Krause an einem schattigen Plätzchen von seinem Beruf als Förster und Jäger. Die mitgebrachten Felle, Gehörne und Geweihe brachten nicht nur die Themen Wild in den Wäldern, Jägersprache und Verständigung mit Hilfe des Jagdhorns auf, sondern auch die Frage, ob, warum und in welchem Ausmaß Tiere gejagt werden sollten oder müssten. „Im Grunde töten wir Menschen fortwährend, um zu essen und zu überleben – denn nicht nur Tiere, auch Pflanzen sind Lebewesen, die auf unserem Teller landen“, stellte Jürgen Krause klar. „Wir sollten die Natur allerdings immer nur in Maßen, mit Überlegung und Dankbarkeit auf diese Weise für uns nutzen.“
Nach dem Tausch der beiden Gruppen ging es gemeinsam zur dritten Station. Hier hatte Wolfgang Eckhardt, Vorsitzender der SDW Nidda und Umgebung, Blätter, Baumrinden und Baumscheiben zur Bestimmung vorbereitet, berichtete vor allem über das Wachstum der Bäume und ließ die Kinder an den Jahresringen ihr eigenes Lebensalter abzählen. Immer wieder wurde deutlich, dass die Mädchen und Jungen vor allem aus dem Schulunterricht bereits einiges an Naturwissen mitbringen, dass es aber auch noch viele Fragen zu klären und vor allem vieles in unmittelbarem Kontakt mit Pflanzen, Tieren und Landschaften zu erleben gibt. Das Kirschkern-Weitspucken auf dem Sportfeld sowie das Bogenschießen am Schützenplatz entpuppten sich als großer Spaß gegen Ende eines erlebnisreichen Nachmittags. Zum Abschluss wurde am Haus der Begegnung noch gegrillt und Stockbrot gebraten, bevor die Eltern ihre begeisterten Kinder wieder abholen konnten.

Text und Fotos: Inge Schneider

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